Gartentipp des Monats

Der Winter ist die Zeit der Ruhe - auch im Garten. Damit Pflanzen und Tiere gut über die kalte Jahreszeit kommen, ist es wichtig, den Garten nicht kahl zu räumen. Ganz nebenbei zaubern die Strukturen von Gräsern und Stauden auch im abgetrockneten Zustand wunderschöne Winterbilder.

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Torffrei Gärtnern - Klimaschutz im Blumentopf

04.05.2016

Torf ist dort am besten aufgehoben, wo er entsteht: In einem intakten Moor. "Mach's ohne!" lautet deshalb das Motto, mit dem der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege vom 28. April bis 4. Mai 2016 auf der Landesgartenschau Bayreuth zu Gast war. Im Pavillon des Bezirksverbands Oberfranken informierte der Kreisverband die Besucher über das erfolgreiche Gärtnern mit torffreier Blumenerde.

Jeder Freizeitgärtner kann seinen Teil dazu beitragen, den CO2-Ausstoß zu begrenzen, indem er auf Blumenerde aus Torf verzichtet. Diese Ansicht vertritt auch Bezirkstagspräsident und Kreisverbandsvorsitzender Dr. Günther Denzler, der mit seinem Besuch auf der Gartenschau die Sensibilität der Verbraucher wecken möchte.

"Torffrei Gärtnern" auf der LGS Bayreuth (v.l.): Vorstandsmitglied Johann Sauer, Kreisvorsitzender und Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Kreisfachberaterin Alexandra Klemisch, Kreisfachberater Uwe Hoff

In Zeiten, in denen das "Urban Gardening", also der Anbau von Gemüse und Kräutern in Hochbeeten und Kisten auf eng begrenzten Raum im Trend liegt, ist es angebracht, über die Herkunft unserer Blumenerden nachzudenken.

Aktuell werden in Deutschland 12 Millionen Kubikmeter Torf im Jahr verbraucht. Ein Viertel, gut 3 Millionen Kubikmeter, gehen in den Freizeitgartenbau. Tendenz: steigend. Da heimische Torfstiche den enormen Bedarf nicht decken können, wird Torf aus Ländern wie Weißrussland oder dem Baltikum importiert. Der Torfabbau zerstört Moorflächen, die Lebensraum für hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten sind und riesige natürliche CO2-Speicher darstellen.

Kreisfachberaterin Claudia Kühnel bepflanzte im Rahmen des Gartenpflegerkurses "Torffrei Gärtnern" mit den Seminarteilnehmern Kräuter- und Blumenkästen

Dabei geht es auch anders: Viele namhafte Substrathersteller bieten Blumenerden ohne Torf an, deutlich als "torffrei" gekennzeichnet. Wer möchte, kann eigenes Substrat herstellen: 30-50 % eigene Gartenerde, 20-30 % Rindenhumus und 20-30 % Kompost. Hinzu kommen Zuschlagstoffe wie Gesteinsmehl, Blähton-Granulat, Kokosfasern, Sand oder Hornspäne. Hier ist Experimentierfreude und Fingerspitzengefühl gefragt! Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit etwas aufmerksamer Pflege gedeihen Balkonblumen, Tomaten, Zwiebel- oder Kübelpflanzen in torffreien Erden hervorragend.

Wer Tipps zum Gärtnern ohne Torf braucht, wendet sich an die Kreisfachberater im Landratsamt Bamberg, Uwe Hoff (0951-85527), Alexandra Klemisch (0951-85534) und Claudia Kühnel (0951-85515). Gerne dürfen Sie uns auch per Mail kontaktieren, Fragen stellen oder von Ihren Erfahrungen berichten: kreisverband@lra-ba.bayern.de.

Der Kreislehrgarten Oberhaid zeigt in der Saison 2016 viele praktische Beispiele zum Thema "Erfolgreich gärtnern ohne Torf". Hier finden Sie die aktuellen Tipps auf dem Facebook-Profil des Gartens:

Torffrei gärtnern im Kreislehrgarten Oberhaid

Weitere Information zum Thema Moorschutz, Klimaschutz und Gärtnern ohne Torf geben auch die großen Naturschutzverbände:

NABU - Wir gärtnern ohne Torf! LBV - Erfolgreich gärtnern ohne Torf BUND - Starke Böden ohne Torf

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) bietet ausführliche Information zur Situation des Moorschutzes in Deutschland:

BfN - Moorschutz in Deutschland